Der irische Billigflieger Ryanair droht damit, den Standort Weeze am Niederrhein aufzugeben. Anlass dafür ist ein Gerichtsentscheid, der die dortigen Betriebszeiten nachts einschränkt.
„Wird der Entscheid des Oberverwaltungsgericht Münster (OVG), der die erlaubten Betriebszeiten in Weeze begrenzt, nicht bis zum 29. April zurückgezogen, müssen wir den Standort Weeze schließen“, teilte Ryanair am Mittwochabend mit.
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Die Betriebszeiten in Weeze von zuletzt 5.30 Uhr bis 23.30 Uhr, sind seit langem ein wunder Punkt für die Airport-Anwohner und auch Streitpunkt vor Gericht. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat Mitte Oktober entschieden, dass mehrere Klagen gegen die Betriebsgenehmigung des Flughafens Weeze am Niederrhein nochmals vor dem OVG Münster verhandelt werden sollen.
Nun hat das OVG Münster festgelegt, dass der reguläre Flugverkehr nur noch zwischen 6 Uhr und 22 Uhr gestattet ist. Nach Angaben des Billigfliegers hat die Entscheidung schwerwiegende Folgen. Bleibt es bei den kürzeren Betriebszeiten, werde Weeze 2,5 Mill. Passagiere pro Jahr verlieren. 2500 Jobs würden der strukturschwachen Region damit verloren gehen.
Ryanair hat bereits aufgrund der geänderten Betriebszeiten alle davon betroffenen Flüge von und nach Weeze aus dem Buchungssystem entfernt. Der Billigflieger will nun zusammen mit dem Flughafenbetreiber und ihrer eigenen Rechtsabteilung das Urteil prüfen. „Das Problem bei Ryanair ist, dass deren gesamte Umläufe zusammenbrechen“, sagt Airport-Chef Ludger van Bebber. Der Airport arbeite unter Hochdruck daran, das Desaster eines Ryanair-Rückzugs zu verhindern.
Derzeit sind sechs Ryanair-Jets am Niederrhein-Airport stationiert, die pro Jahr 2,5 Mill. Fluggäste befördern. Nach Hahn ist Weeze damit der zweitgrößte Standort der Iren in Deutschland. Die Airline fliegt von dort aus 44 Ziele an, im Juli sollten elf weitere Routen hinzukommen.



